Einrichtungsideen für Minimalisten - ein Hafengebäude so karg wie die Ostsee

Baltic Design Shop - 14.07.2015


Es war mir ein Anliegen, diese Homestory in meinem Blog zu veröffentlichen. Viel estnisches Design in einem besonderen Hafengebäude an der kargen Ostsee – eine perfekte Kombination für alle, die nordisches Design lieben.


Der Hafen

An der Nordküste Estlands, an einem alten historischen Hafen in privater Hand freut sich ein im letzten Jahr errichtetes Hafengebäude auf Besucher. Das vom Architekten Indrek Allmann (Architekturbüro Pluss) und der Innenarchitektin Mari Kurismaa entworfenes Hafengebäude ist genauso karg, echt und gradlinig wie die Ostsee selbst.


Eisma sadamahoone, Architekt: Indrek Allmann, Innenarchitektin: Mari Kurismaa; Fotos: Terje Ugandi


Der Hafen hatte seine Blütezeit in den 1920-30er Jahren, als Kleinfischer ihn aktiv benutzten. Später geriet er in Vergessenheit, das Hafengebäude verfiel. Vor einem Jahr wurde das neue Haus fertig und ist wieder für alle Besucher geöffnet.


Das Haus

Die Architektur des neuen Gebäudes ist inspiriert von den früher dort vorhandenen acht Bootsschuppen, deren Formen im neuen Haus weiterleben. Innen teilt sich das Haus in zwei Hälften, die durch eine Bootswerkstatt getrennt werden. Die linke Seite ist für alle Besucher zugänglich und beherbergt neben einem Aufenthaltsraum, einem Schulungsraum und dem Büro für den Hafenkapitän auch eine Sauna sowie Waschräume. Auf der rechten Seite des Hafengebäudes befindet sich eine Gastwohnung über zwei Etagen.

Die Architektur folgt im Innen- wie im Außenbereich dem Motto: „weniger ist mehr“. Die Raumgestaltung ist nordisch minimalistisch, mit knappen Linien, die doch das alte Hafenmilieu wiederspiegeln.

Die verschiedenen Ebenen und viele Winkel im Innenbereich erzeugen einen dynamisch wirkenden Raum, der von den weiß gestrichenen Fichtenbrettern an der Wand zusätzlich betont wird. Die Materialien- und Farbbenutzung ist dezent gehalten, um den großen Fenstern und dem besonderen Raum Vorrang zu lassen.


Das Design

Die verwendeten Möbel dienen der schlichten Linie: kein edles italienisches Design, sondern einfache, teils robuste Möbel, die gut zur rauen Ostsee passen. In jedem Raum sind heimische Künstler und Designer vertreten. Von den Leuchtenherstellern vor allem Keha3, dessen Leuchten im Industriestil perfekt zu anderen Objekten im Raum passen. Die Wandleuchten im Schlafzimmer und Deckenleuchten in der Küche finden sich in dem massiven Kronleuchter im Wohnzimmer wieder. Der nach einem Bild von Marko Mäetamm gewebte Teppich ist von der Designerin Annike Laigo, die Kissen und Plaid von Textildesignerin Mare Kelpman. In jedem Zimmer sind es die Textilien, die Farbkleckse ermöglichen und den sonst etwas streng wirkenden Raum lockern.


Eisma sadamahoone, Architekt: Indrek Allmann, Innenarchitektin: Mari Kurismaa; Fotos: Terje Ugandi

Eisma sadamahoone, Architekt: Indrek Allmann, Innenarchitektin: Mari Kurismaa; Fotos: Terje Ugandi


Die Kugelleuchte Boje ermöglicht gemütliche Abende auf der Terrasse, wo die warmen Wolldecken von Mare Kelpman vor den etwas kühleren Abendstunden schützen. 


Eisma sadamahoone, Architekt: Indrek Allmann, Innenarchitektin: Mari Kurismaa; Fotos: Terje Ugandi


Mein Favorit: Das Badezimmer – farblich sonst dezent eingerichtet – bekommt mit dem Wellenteppich von Annike Laigo eine besondere Note. Der kleine Kronleuchter Lightweight über den Badezimmerspiegel ergibt gezieltes Licht in verschiedene Richtungen. Die Kugelleuchte Boje wird hier als Innenleuchte verwendet, die dem Raum neben einer schönen Lichtquelle auch einen verspielten Touch gibt.


Eisma sadamahoone, Architekt: Indrek Allmann, Innenarchitektin: Mari Kurismaa; Fotos: Terje Ugandi


Ich finde den Hafen von Eisma eine sehr gelungene Mischung von Schlichtheit, besonderem Design, historischen Verbindungen und rauer Natur - so, wie die Esten es gerne mögen.


Wer mehr erfahren möchte:

Eisma sadam

Fotos: Terje Ugandi

Quelle: Diivan Okt. 2014