Neue Homestory aus Pärnu: Supelsaksad - mein Lieblingscafé zum Abheben

Baltic Design Shop - 06.04.2018

Ich freue mich sehr, dir endlich mein absolutes Lieblingscafé vorstellen zu dürfen! Diese Homestory wollte ich schon sehr lange schreiben und endlich ist es so weit! Zugegeben, um das Café Supelsaksad zu besuchen, müsstest du nach Estland reisen, nach Pärnu, in eine Kleinstadt an der Südwestküste Estlands. Aber vielleicht wolltest du ja schon immer hin? Falls nicht, dann lass dich einfach von diesen wunderschönen Stimmungsbildern inspirieren, die mir die Cafébetreiberin netterweise zur Verfügung gestellt hat.

Ein Café zum Abheben

Supelsaksad wird von Anna Huimerind betrieben, die schon als Kind wusste, dass sie eines Tages ein Café haben wird. Mit Hilfe ihrer Eltern – der Grafikerin Ruth und dem Architekten Jaak Huimerind, und ihrem Mann, dem Musiker Jaan Karp, entstand Ende 2009 das bezaubernde Café in der estnischen Sommerhauptstadt Pärnu, das bezeichnenderweise auch die schwierigen Wintermonate in der Kleinstadt problemlos überlebt.

Was Supelsaksad so besonders macht, ist an erster Stelle das Ambiente, das trotz üppigen Tapeten, Tischdecken in Blütenmustern, kitschigem Geschirr und starkem Farbmix einen nicht erdrückt. Im Gegenteil, man wird so richtig abgehoben, vor allem, wenn zu dem Ambiente noch pompöse Kuchen, hervorragender Schwarztee und ein Glas Prosecco gereicht werden. Auch das Essen ist immer wunderbar anders, mit Liebe und viel Fantasie angefertigt und bestens auch für Vegetarier geeignet.


Cafe Supelsaksad

Cafe Retro Stil

Der Einrichtungsprozess: 30er Jahre Stil frei interpretiert

Die Grafikerin Ruth Huimerind hat den Gestaltungsprozess des Cafés so in Erinnerung:

„Ich wurde mit dem Inneneinrichtungskonzept beauftragt und es sollte ähnlich zu dem Stil werden, den ich in meinem alten Haus praktiziert hatte. Die Herausforderung war, alle sieben Räume einheitlich und doch unterschiedlich zu gestalten, und das ohne große finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben.

Mein Mann Jaak steuerte Pläne und technische Zeichnungen bei und mein Schwiegersohn, vom Beruf Musiker, entpuppte sich als ein Spezialist für Bau- und Sanitärarbeiten.

Meine Tochter Anna, die eigentliche Besitzerin des Cafés und ich begannen mit der Auswahl der Tapeten. Wir haben uns für William Morris entschieden und das perfekte Zusammenspiel der sonst so unterschiedlichen Tapetenmuster überrascht mich bis heute!

Das Café benötigte ca. zehn Tische und etwa 40 Stühle und das nötige Geld für richtig hochwertige antike Stücke hatten wir nicht. So haben wir monatelang alle möglichen Lagerhallen, Second-Hand-Läden und Recycling-Zentren durchwühlt und kamen tatsächlich mit vollen Händen zurück. Wir fanden Esstische aus massiver Eiche, Stühle aus Wiener Geflecht, Kommoden aus hochwertigem Kirschholz! Wir waren damals, 2009 die Trendsetter in Sachen Recycling! Natürlich mussten wir die Möbel erstmal renovieren und neu streichen. Aber das Ergebnis ist sehenswert!


Cafe einrichten Vintage & Retro


Die Gestaltung der rosafarbenen Theke mit den Holzverzierungen war womöglich die schwierigste Aufgabe. Ich habe versucht, mit einer Papierschablone die richtige Größe und den richtigen Abstandsrhythmus zu treffen. Holzornamente gab es an den Fassaden der umliegenden Häuser reichlich und ich hatte auch noch nie eine Theke mit ähnlicher Verzierung gesehen, also fand ich das sehr spannend, es für das Café umzusetzen.


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Was auch noch ein wichtiges Thema war, waren die Lichtverhältnisse. Ich hielt es für besonders wichtig für die Stimmung gedämmtes und warmes Licht zu haben, was auch dank einer recht großen Anzahl von wunderschönen Stehlampen und neu bezogenen Lampenschirmen gelungen ist.

Die Räume sind in vier Hauptfarben gestaltet: Rosa, Emaille blau, Elektrik blau und Türkisgrün. Diese lebhaften Farben sind trendy und fröhlich, passen gut zusammen und bringen etwas Moderne in den 30er Jahre Look. Zudem hängten wir Fotos von altem Pärnu und moderne Strandinszenierungen in XXL-Format an die Wände, die wie saisonal austauchen. Absolut erstaunlich war, dass niemand vor uns die „goldenen Jahre“ des Kurorts Pärnu in der Inneneinrichtung als Gestaltungselement benutzt hatte. Obwohl die Stadt ja für ihre 30er Jahre Feeling berühmt ist!
Auf der Veranda wurde den alten Holzteilen sowie Fenstern neuer Anstrich gegeben. Mehr war nicht nötig, um ein unglaublich charmantes Zimmer zum Vorschein zu bringen. Dazu eine schöne Tapete, rosafarbenes Plüschsofa und fertig war eines der Lieblingsräume unserer Gäste.“

Das Café Supelsaksad ist nicht leicht zu finden, da sie in einem von außen unscheinbaren Einfamilienhaus in unmittelbarer Nähe des Strandes von Pärnu liegt. Aber die örtlichen Bewohner und mittlerweile auch immer mehr Touristen mit detaillierten Reiseführern wissen Bescheid. Im Sommer muss man manchmal auf einen Tisch warten, aber das Essen, die Bedienung und das Ambiente sind es wert! Mehr über Supelsaksad findest du HIER


Cafe Supelsaksad

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