Naturmaterialien aus dem Norden – Klassiker des modernen Einrichtens
Das eigene Heim ist unser Rückzugsort, hier entspannen wir vom hektischen Alltag und verbringen kostbare Zeit mit der Familie und Freunden. Gerade in unruhigen Zeiten steigt unsere Sehnsucht nach einem schönen und behaglichen Zuhause. Nachhaltig und qualitativ gute Möbel und Accessoires, die für Wohnlichkeit sorgen, tragen zu unserem Wohlbefinden besonders bei. Produkte aus Naturmaterialien liegen dabei nach wie vor im Trend und spielen vor allem bei der Herstellung skandinavischer Möbel und Wohnaccessoires eine wichtige Rolle.
In diesem Artikel zeigen wir, welche Naturmaterialien im Norden Europas besonders beliebt sind und geben dir Tipps für ein nordisch eingerichtetes Zuhause.
Birkenholz
Besonders in Skandinavien, Russland und im Baltikum ist die Birke als Nutzholz von großer Bedeutung. Aufgrund seiner feinen Eleganz sowie seiner vielfältigen guten Eigenschaften ist Birkenholz in den nordischen Ländern vor allem für die Herstellung von Möbeln sehr beliebt. Das Holz der Birke ist fest aber gleichzeitig auch sehr biegsam und kann dank seines geringen Eigengewichts und Zähigkeit auf vielfältige Weise verarbeitet werden.

Die Farbtöne des Splint-und Kernholzes variieren von gelblich-weiß bis blass rötlich, manche Birkenhölzer sind fast ganz weiß und haben einen schönen seidigen Glanz. Typisch für diese Holzart sind feine Holzstrahlen, vereinzelte rot-braune Flecken und die gut erkennbaren meist rötlichen, sogenannten „Markstrahlen“. Das Holz eignet sich sehr gut um lasiert oder lackiert zu werden. Zum Schutz und zur Pflege wird vor allem in den nordischen Ländern die Birke häufig mit Bienenwachs behandelt.
Im Baltic Design Shop findest du Skandinavische Möbel und Accessoires, die hauptsächlich aus Birkenholz sind und Wärme sowie gleichzeitig Natürlichkeit in dein Wohn- und Schlafzimmer, Küche oder Esszimmer bringen.
Eichenholz

Rund 500 Eichenarten weltweit gibt es insgesamt, wobei sich die meisten Arten jedoch nicht zur Gewinnung von hochwertigem Holz eignen. In Europa werden vor allem die Stiel-und Traubeneiche verarbeitet, deren Holz sich ähneln. Die beiden eher nördlich verbreiteten Arten benötigen eine recht lange und warme Vegetationsperiode, wobei die Stieleiche etwas weniger anspruchsvoll ist und sowohl Frost als auch durchnässte Böden besser verträgt. Eichenholz bietet viele positive Eigenschaften: Es ist robust und hart, verfügt aber dennoch über eine gewisse Elastizität.

Das Holz ist sehr witterungsfest und widerstandsfähig gegen Insekten-und Pilzbefall, darüber hinaus gut spaltbar und insgesamt sehr gut zu bearbeiten. Das Holz der Eiche ist gelblich-weiß bis gelbbraun und von prägnanter Zeichnung. Die meisten Arten dunkeln in ihrem Kernholz zu verschiedenen Brauntönen im Laufe der Zeit nach. Typisch für die Eiche sind auch die deutlichen Porenrillen und breiten Holzstrahlen. Bei der Stileiche sieht man zahlreiche Porenreihen mit großen jedoch aber weniger runden Poren. Eichenholz gilt auch im Norden als das wertvollste heimische Holzart und wird zur Herstellung von Fenstern, Türen, Parkett, Dielen aber auch speziell für den Möbelbau verwendet.
Eschenholz
Auch die Esche gibt es in vielen unterschiedlichen Arten, jedoch eignen sich nur Wenige für die Holzgewinnung. Sie ist nahezu in ganz Europa vorzufinden und zählt neben Buchen und Eichen zu den am häufigsten verbreiteten Laubbäumen. Die häufigsten Vorkommen sind in den baltischen Ländern und in Polen zu finden, weshalb die Möbelhersteller aus Estland, Lettland und Litauen bei der Möbelherstellung gerne auf diese Holzart zurückgreifen.

Eschen können eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen und bis zu 250 Jahre alt werden. Zur Gewinnung von Nutzholz werden sie aber meist in einem Alter von 80-120 Jahren gefällt. Auch wenn die Qualität ihres Holzes abhängig vom Wuchsstandort recht unterschiedlich sein kann, bietet die Esche viele positive Eigenschaften, die sie besonders für den Möbelbau so beliebt macht. Eschenholz ist hart, zäh und fest und verfügt über ein gutes Stehvermögen. Gleichzeitig besitzt sie aber hervorragende Elastizitätseigenschaften und lässt sich mit verschiedenen Werkzeugen gut bearbeiten. Im Möbelbau wird Eschenholz besonders als Furnier oder zur Fertigung von Massivholzmöbeln genutzt, kommt aber auch bei der Herstellung von Stielen, z.B. für Spaten, Schaufeln und Besen zum Einsatz.

Das Holz der Esche ist grobporig und hat mitunter sehr stark ausgeprägte Jahresringe, typisch sind marmorierte oder wolkige Zeichnungen. Farblich liegt die Esche je nach Art zwischen hell, gelblich-weiß, gelblich-grau oder weißrötlich, wobei sie bei stehender Feuchtigkeit zu Verfärbungen neigt und deshalb weitestgehend nur für den Innenbereich verwendet wird.

Wolle
Beim Naturprodukt Wolle wird zwischen tierischer und pflanzlicher Herkunft unterschieden. Pflanzliche Wolle ist beispielsweise die Baumwolle, tierische Wolle wird insbesondere vom Schaaf aber auch von Ziegen, Alpakas oder Kamelen gewonnen. Laut Textilkennzeichnungsgesetz darf ein Produkt nur dann mit dem Siegel „Wolle“ gekennzeichnet werden, wenn es vom Tierfell stammt. Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Wolle ist die von Schafen. Zur Gewinnung von Wolle werden Schafe meist ein bis zweimal jährlich geschoren – man spricht dabei von sogenannter Schur-oder Schafschurwolle. Die Schafschurwolle hält sehr warm und kann zudem viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Ist der Fettanteil in der Faser entsprechend hoch, kann sie auch wasserabweisend sein.

Wolle wird im hohen Norden seit Jahrtausenden benutzt, denn sie bietet Schutz vor Kälte in den langen Wintermonaten und hält den Körper in den Herbst- und Frühlingsmonaten trotz des vielen Regens und starkem Wind trocken und warm.
Leinen
Die Naturfaser Leinen ist seit einiger Zeit wieder stark im Kommen. Schon im Mittelalter waren Stoffe aus Leinen sehr beliebt, da die Faser viele gute Eigenschaften mit sich bringt.

Leinen wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und zählt zu den Bastfasern. Sie bildet Bündel und keine unverbundenen Einzelfasern, wie beispielsweise die Baumwolle. Bei Leinenstoffen wird zwischen den Qualitäten Reinleinen und Halbleinen unterschieden. Reinleinen besteht zu 100% aus Leinen, während Halbleinen zu 60% aus Baumwolle in Längsrichtung und zu 40% aus Leinen in Querrichtung besteht. Das Gewebe des Halbleinens ist somit weicher im Griff und wirkt haptisch wärmer. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Leinen vor allem für die Herstellung von Kleidung, aber auch für Heimtextilien wie Vorhänge, Bettwäsche, Bettdecken oder Handtücher verwendet.

Leinen ist atmungsaktiv, hat eine hohe Luftdurchlässigkeit und ein gutes Verschleißverhalten. Zudem ist Leinen sehr saugfähig, hautsympathisch und schmutzabweisend. Aufgrund seiner geringen Dehnungsfähigkeit ist Leinen, und insbesondere das Reinleinen jedoch recht knitteranfällig. Seine kühlenden Eigenschaften machen die Naturfaser vor allem an heißen Tagen sehr beliebt, deshalb eignet sich Leinen sehr gut zur Herstellung von Sommerbettwäsche.
Filz
Filz ist ein Vliesstoff, der meist aus Wolle aber auch aus anderen textilen Fasern gewonnen werden kann. Hochwertiger Filz besteht aus Schafwolle, es gibt jedoch auch Mischarten wie Baumwolle, Sisal, Hanf oder Kokos, oder auch Kunstfasern wie Polyester oder Polyacryl finden bei der Herstellung Verwendung.

Reiner Wollfilz ist immer ein 100-prozentiges Naturprodukt ohne irgendwelche Lösungsmittel oder Schadstoffe und wird auch Walkfilz genannt, während beim sogenannten Nadelfilz sowohl natürliche als auch synthetische Fasern verwendet werden können. Beide Arten besitzen einige Vorteile, wie z.B. seine ausgezeichnete Isolationsfähigkeit gegen Kälte und Hitze. Zudem ist er luftdurchlässig, elastisch sowie knitterfrei und wärmt sehr gut. Filz aus Kunstfaser ist darüber hinaus auch sehr strapazierfähig und gut formbar. Auf die Luftqualität in Räumen wirkt sich der Naturfilz vorteilhaft aus, denn das Material kann überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder an die Umgebungsluft abgeben. Somit unterstützt er die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Gerade im Wohnbereich kommt dem Filz auch seine wasserabweisende Wirkung sehr zugute: Tropfenförmige Nässe perlt auf Filz einfach ab und kann leicht mit einem Tuch oder Schwamm aufgenommen werden.

Durch seine gute Formbarkeit eignet sich der Filz bestens für die Herstellung von Möbeln und Wohnaccessoires, kommt aber auch in der Herstellung von Textilien, wie Hüten, Mänteln und Schuhen oder bei der Fertigung von Wandverkleidungen zum Einsatz.






