03.12.2019 1 Kommentar

Weihnachten in Deutschland: da denken wir an traditionelle Weihnachtsmarktbesuche, leckere Lebkuchen und heißen Glühwein, an das Christkind, das die Geschenke bringt und Gänsebraten zu Heiligabend. Doch wie feiert man eigentlich das Weihnachtsfest in den baltischen Staaten? Wir nehmen dich mit auf eine kleine Weihnachtsreise nach Estland, Lettland und Litauen.

Estland: Friedhofsbesuch und reinigender Saunagang

„Jõulud“ nennt sich in Estland das Weihnachtsfest, das vom 24.12. – 27.12. gefeiert wird. Der Name geht zurück auf das skandinavische „Jul“ – das Fest der Wintersonnenwende. Während der Vorweihnachtszeit stellen die Kinder ihre Pantoffeln auf Fenstersimse, die dann von den Weihnachtselfen (Päkapikk) mit allerlei Süßigkeiten gefüllt werden. Gefeiert wird Weihnachten dann am 24.12., dem sogenannten „Weihnachtssamstag“, der in Estland ein Feiertag ist. Viele Esten absolvieren am Heiligen Abend einen Friedhofsbesuch, um an den Gräbern ihrer Verwandten Kerzen anzuzünden. Anschließend geht es traditionell zum Gottesdienst in die Kirche, oder, - um das Weihnachtsfest „gereinigt“ zu beginnen - wärmen sich viele Esten vor dem Kirchgang auch in der Sauna auf. Diese für uns eher finnische Tradition stammt aus der in jeder Hinsicht engen Verbundenheit und der sprachlichen Nähe der Esten zu den Finnen.

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Die Geschenke bringt auch in Estland der Weihnachtsmann. „Jõuluvana“ wird er genannt und nach dem Glauben der estnischen Kinder kommt er aus Finnland mit dem Schlitten angereist. Vor der Geschenkeübergabe ist es üblich, dass der Beschenkte ein Gedicht aufsagt, eine Geschichte vorträgt oder ein Lied singt. Das anschließende Abendessen fällt meist deftig und bodenständig aus: Schweinebraten oder Blutwurst mit Sauerkraut, gebackene Kartoffeln, Kartoffelsalat mit Roter Beete, Pastete und dazu gibt es Bier oder Glühwein. Als Dessert werden Marzipan und Lebkuchen gereicht – zwei estnische Spezialitäten, die besonders in der Weihnachtszeit sehr beliebt sind. Was nicht verzehrt wurde lässt der Este über Nacht am Esstisch stehen. Denn der Tradition zufolge kommen die Geister toter Verwandten und Bekannten zu Besuch, um die Reste der Speisen zu genießen.

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Lettland: Reichhaltige Speisen und „Balkenziehen“

In Lettland wird Weihnachten „Ziemassvetki“ genannt, was so viel bedeutet wie „Winterfest“. Früher hat man dort zur Weihnachtszeit Wintersonnenwende gefeiert und erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit verbundenen aufgehobenem Kirchenverbot kamen die traditionellen christlichen Traditionen zurück. Heute ist das Weihnachtsfest ein Familienfest, das am 24.12. mit Geschenken und einem Weihnachtsbaum – der gerne mit Strohsternen und getrockneten Blumen verziert wird - gefeiert wird. Da viele Letten jedoch keinen kirchlichen Bezug zum Weihnachtsfest haben, feiern sie vielmehr das Zusammensein, beschenken Freunde und Nachbarn mit Lebkuchen und hübschen Weihnachtskarten.

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Die Hauptattraktion am Heiligen Abend ist jedoch das „Balkenziehen“. Dabei wird ein Eichenbalken von Haus zu Haus und über Felder gezogen oder gerollt, um ihn dann anschließend an einem zentralen Ort zu verbrennen. Dieses Ritual soll das Übel vernichten und der sehnlichst erwünschten Sonne nach den langen dunklen Tagen neue Kraft geben. Viele Kinder und Erwachsene ziehen auch als Tier, Sonne oder Tod verkleidet von Haus zu Haus, um böse Geister zu vertreiben und dafür allerlei Süßigkeiten von Bewohnern zu erhalten. Gegessen wird in Lettland ganz traditionell und vor allem auch reichhaltig: Blutwurst mit Sauerkraut, Gemüse, wie Bohnen und Erbsen, ein Brei aus Graupen, Zwiebeln und Speck, der „Piragi“ (ein Speckkuchen) oder auch Fisch kommen hier auf den Weihnachtstisch. 

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Das Festmahl mit den vielen Köstlichkeiten beginnt gleich nach dem Akt des traditionellen Balkenziehens und soll laut Tradition bis zum nächsten Morgen andauern. Dazu setzt man sich im Laufe des Abends und der Nacht insgesamt neun Mal zu Tisch und genießt neun verschiedene Gerichte. Und wer neunmal isst, soll im kommenden Jahr reich und glücklich werden!

Litauen: 12-Gänge Menü und „Strohhalmziehen“

In Litauen – dem südlichsten der baltischen Staaten – ist Weihnachten noch sehr von religiösen und heidnischen Bräuchen geprägt. Hier lässt man es eher ruhig und besinnlich zugehen. Statt in der Adventszeit auf Geschenke-Jagd zu gehen, bereiten sich viele Litauer durch Fasten auf die weihnachtlichen Feiertage vor. Kalorienreiche Leckereien wie Lebkuchen und Schokolade, aber auch Fleisch und Milchprodukte werden verschmäht, stattdessen kümmert man sich um den Hausputz, Bauern und Handwerker bringen ihr Werkzeug auf Hochglanz. Der Höhepunkt der Festtage ist Heiligabend. Am Vormittag wird der Baum mit Strohsternen, Äpfeln, Nüssen und dem Spielzeug der Kinder geschmückt und sobald der 1. Stern am abendlichen Himmel zu sehen ist, kommt die ganze Familie am festlich gedeckten Tisch zusammen.

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Ganz traditionell besteht das Festmahl in Litauen aus zwölf verschiedenen Speisen, die symbolisch für die zwölf Apostel stehen. Fisch, Gemüse, Salat, Obst, Pilze, Getreidebrei, Heringssalat, Rote-Beete-Suppe, Nüsse, Kompott, Gebäck und Brot werden gereicht, dazu gibt es Wein oder ein Getränk aus Moosbeeren. Erst am nächsten Tag – dem Ende der Fastenzeit – kommt wieder reichlich Fleisch auf den Tisch. Nach dem Essen werden Strohhalme unter dem Tischtuch hervorgezogen. Ist der Halm lang und dick, darf man auf ein gutes und glückliches Jahr hoffen, während ein dünner Halm Unglück bringt. Auch in Litauen wird nach dem Essen nicht abgeräumt, damit verstorbene Seelen ebenfalls speisen können.

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Bildquellen:

https://www.latvia.eu/

https://www.visitestonia.eu

https://www.lithuania.travel/de

https://sergeizjuganov.com/

http://birgitvisuals.com/et



1 Antwort

Bettina G.

December 10, 2019

Richtig toller Artikel, interessant, was es so in den anderen eurpäischen Ländern für Traditionen gibt! Danke! Schöne Weihnachten liebe Brigitta!

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