27.03.2020 1 Kommentar

Corona-Krise kennt keine Landesgrenzen, die ganze Welt ist von der Pandemie betroffen. Auch Estland, Lettland und Litauen. Wie gehen meine Hersteller mit der Situation um, welche Schwierigkeiten es der Produktion von Waren mit sich bringt und wie stark leidet die Auftragslage? Baltic Design Shop hat nachgefragt.

Situation in Estland: geschlossene Läden und Ausfälle bei den Umsätzen

Estnische Regierung hat ähnliches Krisenmanagement getrieben wie Deutschland. Auch in Estland sind alle Läden die keine lebenswichtigen Güter verkaufen geschlossen. Alle Restaurants und Cafés, Nachtclubs und Friseursalons haben zu, ebenso Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen. Es besteht noch keine Ausgangssperre und man darf maximal zu zweit in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Alle Esten, die es sich leisten können, verschwinden in die Wochenendhäuser auf dem Land, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit, einem fremden Menschen zu begegnen, deutlich geringer als einem wilden Tier über den Weg zu laufen. Der sich abzeichnende Frühling treibt die Menschen in Estland aber auch fast automatisch in die Natur und raus aus der Stadt.

Viele meine Hersteller, die einen lokalen Laden haben wie zum Beispiel Woolish oder Liliina, haben ihre Läden auf Anordnung des Staates geschlossen. Bei Woolish steht auch die Produktion in der Kleinstadt Viljandi still und die Lage ist ernst. Deshalb können wir vorerst leider auch keine Tagesdecken von Woolish anbieten.

Liliina jedoch, der Hersteller von Leinenhandtüchern, produziert weiter und hat für euch ein kleines Video gedreht, in dem die Herstellung der Handtücher Linda für den Baltic Design Shop gezeigt wird.

Allerdings brechen auch bei Liliina die Aufträge, vor allem die vom heimischen Markt weg oder werden auf Eis gelegt, in der Hoffnung, diese nach der Krise wieder aktivieren zu können. Export findet bei Liliina weiterhin statt, denn die Warenlieferungen gehen, wenn auch mit Verzögerungen, weiter.

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Kairi Kuuskor und Markus Marks (BOLD TUESDAY)

Kairi von Bold Tuesday hat dagegen massive Umsatzeinbuße zu bezeichnen. Bold Tuesday stellt innovative Weltkarten und Poster her, die sie über viele lokale und virtuelle Shops in der ganzen Welt verkaufen, auch über Baltic Design Shop. Die Produktion und die Logistik sind weiterhin einsatzbereit, aber die Anzahl der Bestellungen ist stark zurückgegangen. Nur die Online-Kanäle sorgen noch für Einnahmen, aber auch dort hat die Bestellmenge merklich abgenommen.

Estnischer Möbelhersteller Radis produziert ebenfalls weiter, laut dem Geschäftsführer Mauri Abner, so lange, bis die estnische Regierung es zulässt. Auch für Baltic Design Shop arbeitet Radis gerade einige Bestellungen ab.

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Brigitta Ziegler (BALTIC DESIGN SHOP) und Mauri Abner (RADIS) auf der Möbelmesse in Köln

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Joonas Torim (OOT-OOT)

Joonas Torim von Oot-Oot, dem Designerlabel für trendige Polstermöbel ist noch zuversichtlich, dass die Firma die Krise gut übersteht, denn die Finnen als die glücklichsten Menschen der Welt lassen sich von dem Virus nicht stören und bestellen munter weiter schöne Sofas und Sessel im Skandi-Look. Auch der Showroom von Oot-Oot in der estnischen Hauptstadt Tallinn ist noch geöffnet und die Produktion läuft weiter wie geplant.

Von der Krise profitiert haben Argo Männiste und Veiko Kallas von JALG. Sie produzieren minimalistische TV-Ständer, die in der Zeit der Krise wohl sehr gefragt sind. Denn wenn man schon daheim bleiben soll, dann möglichst mit einem Fernseher, der stylisch präsentiert wird.

TV-Ständer JALG

TV-Ständer JALG

Dabei achten alle Hersteller darauf, dass die Hygienemaßnahmen eingehalten werden und die Mitarbeiter möglichst sicher arbeiten können. Wo es geht arbeiten sie von Zuhause aus, in der Produktion wird darauf geachtet, oft Hände zu waschen, Abstand zueinander zu halten und Arbeitsflächen möglichst oft zu desinfizieren.

Lettland: Buchweizendefizit in Zeiten der Krise

Lettland hat ähnliche Maßnahmen wie Estland oder Deutschland zur Eindämmung der Pandemie unternommen: keine öffentlichen Events, Kinder und Erwachsene im Home-Office, nur für die Versorgung notwendige Geschäfte bleiben geöffnet. In Deutschland sind vor allem Hefe und Klopapier stark nachgefragte Produkte, in Lettland neben Klopapier Buchweizen. Jedes Land hat seine eigenen Vorlieben, wenn es ums Essen geht:)

Mint Furniture Lettland

Schreibtisch und Stuhl von MINT FURNITURE

Elina von Mint Furniture berichtete, dass, obwohl der Showroom in der lettischen Hauptstadt Riga geschlossen ist und die Umsätze zurückgehen, sie weiterhin Aufträge abarbeiten und die Fabrik am Laufen bleibt. Fabrikbesichtigungen sind logischerweise gerade nicht mehr möglich, aber sie sind zuversichtlich, dass sie die Zeit der extremen Einschränkungen überstehen werden. 

Litauen: Neuausrichtung der Produktion und strikte Hygienemaßnahmen

Auch in Litauen greifen die gleichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wie in Estland und Lettland: alle öffentlichen Veranstaltungen sind verboten, Schulen und Kitas geschlossen und nur die lebenswichtige Infrastruktur wie Supermärkte und Apotheken dürfen offen haben.

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Dainius und Adele Latvenai (LINOO)

Alle Hersteller, die ich gefragt habe, sind zuversichtlich, dass sie die Produktion aufrecht erhalten können. Linoo und LinenMe – zwei litauische Leinentextilienhersteller haben die Produktion der neuen Situation angepasst und stellen jetzt zusätzlich Mundschutzmasken für die örtliche Bevölkerung und Firmen her. Auch versuchen sie den direkten Kontakt zu Lieferanten zu vermeiden, indem z.B. die Ware vor der Tür gestellt wird und vom Fahrer dort abgeholt wird. Auch in Litauen arbeiten die Office-Mitarbeiter von Zuhause aus und die Mitarbeiter in der Produktion verfolgen strikte Hygienemaßnahmen die die litauische Regierung allen Firmen angeordnet hat.

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Brigitta Ziegler und Inga Markovska (EMKO) auf der Möbelmesse IMM Cologne 

Die Umsatzeinbußen sind trotzdem merklich. Inga vom litauischen Möbelhersteller EMKO beklagt einen Umsatzrückgang von 60%. Asta von LinenMe ist froh über jede Bestellung, die (meist) online eingeht, aber die großen Firmenbestellungen sind auch bei ihnen auf Eis gelegt. Ruta von Pusku Pusku berichtet, dass ausländische Kooperationspartner sie mit neuen Bestellungen von Sitzsäcken nach der Zeit der Corona-Krise vertrösten.

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v.l. Vilius Kiškis, Vainius Markelis und Aurimas Lažinskas (MUISTA CHAIR)

Die Jungs von Muista Chair haben Probleme mit Materialbeschaffung für die Beine des ergonomischen Schaukelstuhls. Aber da das Lager noch gut gefüllt ist, kommt es vorerst zu keinen Lieferengpässen. Auch sie berichten von deutlichen Umsatzrückgängen und auf einigen Märkten ist es mit den Bestellungen fast zum Stillstand gekommen. Vilius, Aurimas und Vainius bleiben trotzdem optimistisch und nutzen die Zeit, um neue Produkte und Marketingstrategien zu entwickeln für die Zeit nach der Krise.

EMKO Produktion Litauen Kaunas

EMKO-Werk in Kaunas

Trotz der krisenhaften Lage bleiben meine Hersteller optimistisch, suchen neue Wege, um bestmöglich aus der Krise herauszukommen und betonen fast einstimmig, dass sie weiterhin für die Kunden da sind und liefern können. Daher mein Appell an euch – Unterstützt bitte die Hersteller und Designer aus dem Baltikum mit ihrem Einkauf, damit die Auswirkungen der Krise für die kleinen Firmen in Estland, Lettland und Litauen so gering wie möglich ausfallen. Vielen Dank!

ZUM SHOP!



1 Antwort

Daniel

March 31, 2020

Eigentlich läuft ja dann wohl alles. Viel Erfolg und Gesundheit Daniel

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